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Spuren 88 | Isolde Döbele-Carlesso: »Wie würden Sie diese Gegend lieben!« Juliane von Krüdener auf dem Katharinenplaisir bei Cleebronn

Im März 1809 bezog die aus Riga stammende Schriftstellerin Juliane von Krüdener das Hofgut Katharinenplaisir bei Cleebronn. In ländlicher Abgeschiedenheit wollte sie sich – einen frommen Lebensstil führend – dem Schreiben widmen. Die baltische Baronin stand kurz vor dem Abschluss ihres Romans ›Othilde‹. Mit ihrem 1803 erschienenen Briefroman ›Valérie‹ war die Krüdener zu einer Erfolgsschriftstellerin avanciert, die mit bedeutenden Persönlichkeiten der literarischen Welt in Verbindung stand. In Paris betrieb sie einen literarischen Salon, korrespondierte und verkehrte auch mit Jean Paul, Madame de Staël, Dorothea Schlegel und Sophie La Roche. Doch pflegte sie auch eigenwillige Freundschaften wie die zu der selbsterklärten Prophetin Maria Gottliebin Kummer. Obwohl diese ehemalige Gefängnisinsassin von vielen als Heuchlerin und Betrügerin angeklagt wurde, schenkte ihr die Baronin das vollste Vertrauen. Als die Kummerin in einer Vision das Königreich Württemberg als Sammelplatz aller Gläubigen zu erschauen meinte, zögerte Juliane von Krüdener nicht lange und erkor das Katharinenplaisir bei Cleebronn zu ihrem neuen Domizil, wo die skandalumwitterte Vergangenheit der Kummerin die kleine Gesellschaft jedoch bald einholen und ihrem Aufenthalt auf dem Hofgut ein jähes Ende bereiten sollte.

Die Historikerin Isolde Döbele-Carlesso wirft in diesem SPUREN-Heft ein Schlaglicht auf die Geschichte weiblichen Schreibens um 1800, stellt die heute weitgehend vergessene Juliane von Krüdener vor und geht den Ereignissen auf dem Katharinenplaisir nach, die schließlich dazu führten, dass die Baronin ihre schriftstellerische Karriere aufgab und sich ganz der Religion zuwandte.

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