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Spuren 100 | Günter Riederer: Sartre in Stammheim

Das 100. Heft der bibliophilen Marbacher Reihe SPUREN rekonstruiert ein wichtiges Ereignis der deutschen Nachkriegsgeschichte: den Besuch Jean-Paul Sartres bei Andreas Baader in Stammheim. Das Gespräch zwischen dem französischen Intellektuellen und dem inhaftierten Kopf der Rote Armee Fraktion wurde von einem immensen Medienspektakel begleitet, obgleich es nur eine knappe Stunde dauerte. Was bewog den berühmten Philosophen und Schriftsteller, der von der Literatur ein dezidiert politisches Engagement forderte, zu diesem Besuch? Was ist bekannt über die Hintergründe dieses Treffens und über den Verlauf des Gesprächs? Minutiös zeichnet der Historiker Günter Riederer die Ereignisse des 4. Dezembers 1974 nach und fragt nach der geschichtlichen, aber auch nach der literarischen Tragweite dieser Begegnung, die sich ganz am Beginn der Entstehung des Mythos Stammheim vollzog.

Dieser Ansatz ist programmatisch für die SPUREN, die vor 25 Jahren von Thomas Scheuffelen und Friedrich Pfäfflin entwickelt wurden und seit 2006 von Thomas Schmidt herausgegeben werden. Das Konzept der Reihe ist nach wie vor ebenso schlicht wie aufwendig: Viermal im Jahr werden aus genau einem Bogen Druck-papier Hefte von sechzehn Seiten, die bekannte, aber mitunter auch unbeachtete Orte im deutschen Südwesten mit großem gestalterischem Aufwand als Schau-plätze der Literatur- und Geistesgeschichte beleuchten. Bisweilen mit detektivischem Spürsinn setzen sie Stein um Stein das Mosaik einer reichen, farbigen, auch dissonanten Literaturlandschaft zusammen, in der sich Ereignisse der Weltliteratur und solche mit regionaler Strahlkraft ergänzen. Auf diesen Entdeckungsreisen geraten ein bekannter Autor, ein oft gelesener Text oder auch ein vertrauter Ort plötzlich in ein neues Licht. Dafür schöpfen die SPUREN aus den Archiven und präsentieren auch unveröffentlichte Manuskripte, Briefe, Zeichnungen und Fotografien. Mit einer eigens angefertigten Landkarte, den farbigen, halbtransparenten Pergamin-Umschlägen und dem sorgfältig ausgewählten Signet gehören die SPUREN-Hefte zu den »am liebevollsten durchdachten Produkten der Büchermacherei« (Rolf Vollmann, Die Zeit). Abonnenten erhalten die vier Hefte pro Jahr für lediglich 13,30 (mit Abbuchung) bzw. 14,80 (mit Überweisung).

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