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Spuren 103 | Barbara Wiedemann: »Dem Element der russischen Sprache mehr denn je entrissen«. Mandelstam in Heidelberg

Im Wintersemester 1909/10 studierte Ossip Mandelstam an der Universität Heidelberg. Wie vorher in Paris, belegte der angehende Dichter auch in seinem kurpfälzischen Semester vorwiegend Lehrveranstaltungen zu mittelalterlichen Themen, nun zur französischen und deutschen Literatur. An der Universität war er der russische Student der Philologie israelitischen Glaubens Joseph Mandelstamm. Die im Heidelberger Universitätsarchiv erhaltenen Akten geben Anlass, einerseits die Situation der jüdisch-russischen Studierenden im frühen 20. Jahrhundert zu beleuchten und andererseits wichtige Lehrerpersönlichkeiten vorzustellen.

Seine deutschsprachigen Studien hinderten Mandelstam nicht daran, sich in seinem Heidelberger Semester als russischer Dichter um entscheidende Schritte weiterzuentwickeln. Das sollte nach seiner Rückkehr in die Heimat zu seinem Erstlingsband ›Kamen‹ (Der Stein) führen. Anschaulich wird das z. B. an jenen Gedichten, die er Briefen an seine Förderer in der Heimat beilegte. So lässt sich an einem Gedicht wie ›Na temnom nebe‹ (An den dunklen Himmel) die am Neckar erlangte poetische Position und deren Potential für die Zukunft erläutern.

Im neuen, reich illustrierten Heft der bibliophilen Marbacher Reihe SPUREN unternimmt es die namhafte Tübinger Literaturwissenschaftlerin und Celan-Spezialistin Barbara Wiedemann, einen entscheidenden Moment in Mandelstams poetischer Biografie mit einer Augenblickaufnahme aus den letzten Jahren des Großherzoglich Badischen Heidelberg zu verbinden.

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