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Spuren 81 | Georg Patzer: »... hier noch unbekannt ...«. Rainer Maria Gerhardt in Karlsruhe

Der Dichter, Übersetzer, Grafiker und Verleger Rainer Maria Gerhardt war erst 27 Jahre alt, als er sich 1954 in Karlsruhe das Leben nahm. Er war ein Avantgardist; vor allem aber war er ein Entdecker: In Freiburg begonnen, unterhielt er in Karlsruhe seine Zeitschrift ›fragmente‹ und einen gleichnamigen Verlag weiter. Hier veröffentlichte er – teilweise zum ersten Mal in Deutschland – Texte von Ezra Pound, Henry Miller, Robert Creeley, Antonin Artaud, Charles Olson und William Carlos Williams, die er mit seiner Frau Renate zusammen übersetzt hatte. Mit seinen Aktivitäten gab Gerhardt entscheidende Anstöße für einen Wiederanschluss der deutschen Literatur an die weltliterarische Moderne nach dem Krieg, die später insbesondere von Enzensberger und Höllerer weitergeführt wurden.

An der Karlsruher Kunstakademie experimentierte Gerhardt mit Klecksografien und Holzschnitten. Auch seine ersten Bücher gestaltete er selbst. Mit seinen eigenen Gedichten gab Gerhardt Impulse für die Entwicklung einer experimentellen Lyrik in Deutschland. Er widmete sein Leben der Literatur, scheiterte aber wiederholt am Misstrauen und der Kritik von Kollegen in Deutschland sowie an Geldmangel und der fehlenden Resonanz in der Öffentlichkeit.

Der Literaturwissenschaftler und Journalist Georg Patzer zeichnet Gerhardts fast vergessene Aktivitäten in Karlsruhe nach und illustriert die Nachkriegswelt des Dichters mit bislang unveröffentlichten Fotos und Dokumenten.

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