Literaturland Baden-Württemberg

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Neues aus den Museen

›Gaienhofener Umwege. Hermann Hesse und sein 1. Haus‹

In Gaienhofen am Bodensee wurde am Sonntag, dem 14. Juni 2015 die neue Dauerausstellung im Hesse Museum eröffnet. Der spätere Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse lebte von 1904 bis 1912 in dem badischen Ort. Zuvor hatte er ein eher unstetes Leben geführt: Mit dem »Gaienhofener Umweg«, wie er seine acht Jahre am See später nannte, war die Hoffnung auf Stabilität und Beheimatung verbunden. Hier begann »die Zeit meines Lebens, in der ich nicht mehr zufällige und oft gewechselte Zimmer, sondern Häuser bewohnte«. Kuratiert wurde die Ausstellung von Ute Hübner (Hesse Museum Gaienhofen) und von Thomas Schmidt, dem Leiter der im Deutschen Literaturarchiv angesiedelten Arbeitsstelle für literarische Museen in Baden-Württemberg.

Die Gestaltung übernahmen im Rahmen einer Kooperation mit der Konstanzer Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Studierende der Studiengänge Kommunikationsdesign und Architektur unter Federführung der Professoren Eberhard Schlag und Brian Switzer.

Unter all diesen Häusern war das schlichte Bauernhaus am Gaienhofener Dorfplatz, das Hesse im Jahr 1904 aus den Tantiemen seines Erfolgsromans Peter Camenzind mietete und das er unmittelbar nach seiner Hochzeit bezog, gewiss das wichtigste. Er nannte es später die »erste Zuflucht meiner jungen Ehe« und die »erste legitime Werkstatt meines Berufes«. Für sein erstes Wohnhaus ließ er jenen beeindruckenden Schreibtisch bauen, der ihm sein Leben lang als Arbeitsplatz diente. Dieser Schreibtisch steht im Zentrum der neuen Ausstellung, die in neun Räumen neben Hesses Arbeit als Schriftsteller den schon bald auftretenden Konflikt des Autors zwischen bürgerlichem Leben und künstlerischer Kreativität inszeniert.

 

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