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Neues aus den Museen

Wiedereröffnung des Schiller-Nationalmuseums in Marbach am Neckar

Am 10. November 2009, an Friedrich Schillers 250. Geburtstag, wurde das Schiller-Nationalmuseum in Marbach am Neckar als Höhepunkt des Schillerjahres feierlich wiedereröffnet. In einem Festakt in der Stadthalle Marbach sprachen Bundespräsident Horst Köhler, der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Günther Oettinger, der Präsident der Deutschen Schillergesellschaft, Manfred Erhardt, und der Autor und Publizist Rüdiger Safranski.

Die Eröffnung bildet den Auftakt für eine neue Zeit im Schiller-Nationalmuseum. Die Exponate des 18. und 19. Jahrhunderts, der Urgrund der Marbacher Sammlungen, werden in zwei Abteilungen (der eine Seitenflügel des Museums ist Friedrich Schiller gewidmet, der andere Seitenflügel der schwäbischen Dichterschule) in den restaurierten und klimatisierten Räumen präsentiert, die von David Chipperfield Architects nach dem historischen Bestand von 1903 neu interpretiert wurden. Die neue Dauerausstellung zeigt in neun Räumen auf 450 Quadratmetern mit über 700 Exponaten und einem Schwerpunkt auf Friedrich Schiller die materialreichen Auswirkungen einer deutschen, vielfach auch spezifisch schwäbischen Literaturgeschichte.

Die Architektur des 1934 umgebauten und erweiterten pantheonartigen Baus, der an ein Lust- und Jagdschlösschen der Schiller-Zeit erinnert, lässt die wechselvolle Geschichte der Dichterverehrung ebenso anschaulich werden wie die Dauerausstellung, die mit ihren Raumbildern Einblick in die verschiedenen Möglichkeiten gibt, die Spuren eines Literaturarchivs zu lesen und die Dokumente mit ihrer Deutung in ein Verhältnis zu setzen: figürlich, als Abdruck eines Körpers, chronologisch, als Überbleibsel eines Lebenslaufs, situativ, als Teil der Dichterwerkstatt, poetisch, als unmittelbare Türen zu einer nur imaginär vorhanden Welt, historisch, als Quellen, die auch das, was uns bekannt und nah erscheint, im Horizont einer fremden Zeit verankern. Der im neuen Glanz erstrahlende Schillersaal mit geöffneter Terrasse wird Ort sein für vielfältige literarische Veranstaltungen. Außerdem lädt ein neues Museumscafé zum Verweilen, Nachsinnen und zum Gespräch ein.

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